Warum ein Buch oft nicht wegen der Buchverkäufe wertvoll ist – sondern wegen der Türen, die es öffnen kann.

Vor vielen Jahren saß ein besonderer Teilnehmer in einem meiner eBay-Kurse für Gewerbetreibende.

Das Besondere an dem Teilnehmer war nicht, dass er in einem eBay-Kurs saß. Es war der Anfahrtsweg, den er auf sich genommen hatte.

Der Teilnehmer war extra aus Villingen-Schwenningen nach Stuttgart gekommen.

Als ich die Teilnehmerliste sah, fragte ich ihn: „Gibt es bei Ihnen in der Gegend keine Kurse zum Thema eBay?“

Seine Antwort werde ich nie vergessen (obwohl sie weit über 20 Jahre her ist):

„Doch. Aber Sie haben ein Buch über eBay geschrieben. Also komme ich zu Ihnen.“

Damals war mir noch nicht bewusst, wie viel in diesem einen Satz steckt.

Heute, viele Jahre später, weiß ich:

Ein Buch ist weit mehr als ein Buch. Es ist ein Türöffner. Eine Eintrittskarte.

 

Die meisten stellen die falsche Frage

Wenn Selbstständige über ein eigenes Buch nachdenken, höre ich oft Fragen wie:

  • Lohnt sich das denn überhaupt finanziell, also kann man damit Geld verdienen?
  • Wer soll ausgerechnet mein Buch kaufen? Es gibt doch schon so viele Bücher!
  • Braucht die Welt wirklich noch ein weiteres Buch?
  • Kann ich überhaupt schreiben?
  • Wie soll ich das denn schaffen? Ich weiß nicht, wie man ein Buch schreibt!

Manchmal scheint mir die Frage:

„Kann man mit einem Buch überhaupt Geld verdienen?“ die wichtigste Frage bei den Selbstständigen zu sein.

Meine ehrliche Antwort auf diese Frage lautet:

Geld verdienen mit dem Buch? Mit dem Buchverkauf allein wahrscheinlich nicht. Zumindest nicht in der Form, wie viele sich das vorstellen.

Verkauft sich ein Buch, erhältst du als Autorin Tantiemen. Und im Selfpublishing sogar oft deutlich mehr als früher als klassische Verlagsautorin.

Aber für mich war nie der Buchverkauf die eigentliche Einnahmequelle.

Jedes Buch ist bei mir eher ein Türöffner, eine  Eintrittskarte oder, genau gesehen, eine freundliche Einladung in meine (Business-)Welt.

 

 

Welche Türen ein Buch öffnen kann

Als mein erstes Buch erschien, hätte ich niemals erwartet, welche Folgen das haben würde.

Plötzlich war ich nicht mehr einfach nur EDV-Trainerin und Dozentin.

Ich war Autorin. Expertin. Ansprechpartnerin.

Menschen nahmen mich anders wahr. Das zeigte sich immer wieder. Nicht nur bei dem Teilnehmer aus Villingen-Schwenningen. Auch andere Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen von weit her zu meinen Kursen.

Nicht, weil ich die größte Reichweite hatte (Social Media gab es damals noch gar nicht). Also nicht, weil ich „laut“ war.

Sondern weil sie wussten: „Sie hat ein Buch geschrieben.“

Aus meinen verschiedenen Büchern entstanden später viele weitere Möglichkeiten:

  • Kurse in meiner eigenen Computerschule
  • Kooperationen mit Hochschulen
  • Kooperationen mit Volkshochschulen
  • eine Zusammenarbeit mit eBay
  • Weiterbildungsmaßnahmen für das Land Baden-Württemberg, u.a. Programme für Akademikerinnen beim Wiedereinstieg in den Beruf
  • weitere Bücher
  • neue Kontakte
  • neue Kundinnen und Kunden

 

Rückblickend kann ich sagen:

Mein Buch hat mir nicht den größten Umsatz durch den reinen Buchverkauf gebracht. Aber es hat mir die Türen geöffnet, durch die der Umsatz später gekommen ist. Einfach so. Ohne mein weiteres Zutun.

 

Warum Menschen Autorinnen anders wahrnehmen

 

Das ist nicht immer rational. Aber es ist menschlich.

Ein Buch signalisiert:

  • Erfahrung
  • Fachwissen
  • Durchhaltevermögen
  • Engagement

Wer ein Buch veröffentlicht hat, wird oft automatisch als Expertin oder Experte wahrgenommen.

Ein Buch kann Vertrauen aufbauen.

Deshalb kann ein Buch ein so starker Türöffner sein.

 

Heute ist eine Buchveröffentlichung einfacher als je zuvor

 

Als ich meine ersten Bücher schrieb, führte der Weg immer über einen Verlag.

Heute haben wir viel mehr Möglichkeiten und das ist eine große Chance für angehende, neue Autorinnen.

Denn heute musst du nicht darauf warten, dass ein Verlag dein Manuskript annimmt.

Du kannst es selbst veröffentlichen.

Für Selbstständige sehe ich darin einen großen Vorteil.

Du kannst dein Wissen genau dann veröffentlichen, wenn du es möchtest und wenn es für deine Zielgruppe relevant ist.

Du kannst dein Buch jederzeit selbst aktualisieren, neue Erkenntnisse ergänzen und auf Veränderungen reagieren.

 

Warum ich kleine Bücher liebe

 

Ein großer Irrtum herrscht meist zum Umfang eines Buches. Oft höre ich von meinen Kundinnen:

„Wenn ich schon ein Buch schreibe, muss alles hinein was ich weiß, damit sie mich als Expertin sehen.“

Das halte ich für einen Fehler.

Viele Selbstständige versuchen, ihr gesamtes Wissen in ein einziges Buch zu packen.

Dadurch wird das Buchprojekt riesig. Und als Folge davon oft nie fertig.

Ich empfehle lieber kleine Bücher:

Ein Buch. Ein Problem. Eine Lösung.

Das ist für die Leserin angenehmer. Und für die Autorin ebenfalls.

Denn kleine Bücher lassen sich für mich als Autorin schneller schreiben und damit schneller veröffentlichen.

Kleine Bücher lassen sich für die Käuferin schneller lesen und schneller umsetzen. Je nach Buchthema eine schnelle Unterstützung oder Transformation.

Oft entsteht daraus etwas sehr Schönes: Wer mit einem Buch einer Autorin gute Erfahrungen macht, kauft oft auch das nächste Buch.

 

Ich habe keine Zeit für ein Buch

 

Diesen Satz höre ich so oft: „Ich würde so gerne ein Buch schreiben … aber ich habe einfach keine Zeit für ein Buch!“

Kann ich verstehen, dass viele Selbstständige oft so denken. Denn als Selbstständige hast du viel zu tun.

Doch eine Gegenfrage von mir an dieser Stelle:

„Wofür verwendest du aktuell deine Zeit?“

Viele Selbstständige verbringen Stunden auf Social Media.

Sie scrollen, konsumieren, vergleichen sich mit anderen. Sie posten für Reichweite und Sichtbarkeit, sehr oft ohne Erfolg. Denn Sichtbarkeit allein verkauft nicht. 

Und gleichzeitig erzählen sie sich, dass sie keine Zeit für ihr Buch haben.

Wenn dir dein Buch wirklich wichtig ist, dann darfst du ihm auch Raum geben.

Zumindest für eine gewisse Zeit: Fokus. Priorität. Mut, anzufangen.

Und mit dem Mut, andere Dinge vorübergehend etwas zurückzustellen.

 

Für Bloggerinnen: Vielleicht sitzt du längst auf deinem ersten Buch

 

Viele Selbstständige, vor allem Bloggerinnen, denken: „Irgendwann schreibe ich einmal ein Buch.“

Dabei haben sie vielleicht längst damit begonnen. Sie nennen es nur noch nicht so.

Blogartikel.

Newsletter.

Workshops.

Kursunterlagen.

Präsentationen.

All diese Inhalte können die Grundlage für ein Buch sein und längst auf deiner Festplatte liegen.

 

Das Buch ist nicht das Ziel

 

Wenn du mich fragst, warum ich heute noch immer Bücher sehr wertvoll für jede Selbstständige halte, dann gebe ich dir als Antwort:

Weil Bücher Menschen verbinden.

Weil Bücher Vertrauen schaffen.

Weil Bücher Türen öffnen.

Und weil ein Buch oft viel mehr bewirken kann, als wir zu Beginn ahnen.

Deshalb sehe ich ein Buch nicht als Endpunkt oder Ziel.

Ich sehe es als Anfang.

Als Türöffner.

Als Eintrittskarte.

Ein Buch ist für mich ein „stiller Verkäufer“, der für mich arbeiten kann, während ich gerade etwas ganz anderes tue.

Und wer weiß: Vielleicht ist auch dein erstes Buch viel näher, als du heute glaubst.

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Über Sabine Walters

Sabine Walters ist Business-Mentorin, Produkt-Strategin und Autorin. Mit CLEVER SICHTBAR unterstützt sie introvertierte Selbstständige dabei, aus ihrem Wissen Mini-Produkte, Bücher/eBooks, Onlinekurse und einfache Angebots- und Verkaufswege zu entwickeln – klar, ruhig und ohne Social-Media-Rumgehopse.

Ihre Stärke liegt darin, aus vorhandenen Ideen, Erfahrungen und Inhalten verkaufsfähige Produktwege zu entwickeln: von der passenden Mini-Produkt-Idee über Content-Recycling und KI-gestützte Umsetzung bis hin zur strategischen Verknüpfung einzelner Angebote in einem stabilen Online-Business.

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