Warum die Aussage: „Ich habe keine Zeit für ein Buch“ oft nicht ganz der Wahrheit entspricht.

Diesen Satz höre ich oft: „Ich würde ja so gerne auch ein Buch schreiben. Aber ich habe einfach keine Zeit dafür!“

Und weißt du was? Ich höre diesen Satz nicht nur von Selbstständigen. Auch privat. In der Familie. Bei Freunden. 

Einer davon ist Oberstudienrat, ehemals Lehrer an einem Gymnasium, seit 4 Jahren in Rente.

Jahrelang sagte er: „Wenn ich einmal in Rente bin, dann schreibe ich mein Buch.“

Er hat es bis heute nicht geschrieben.

Ich bin inzwischen der festen Überzeugung: In den seltensten Fällen fehlt wirklich die Zeit. Meist steckt etwas ganz anderes hinter „ich habe keine Zeit“.

 

Ist es wirklich Zeitmangel?

Natürlich gibt es Menschen, die gerade sehr viel um die Ohren haben.

Junge Familien.

Pflegende Angehörige.

Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Das möchte ich gar nicht kleinreden. Auch ich habe da meine ganz eigenen „Erfahrungen“.

Aber bei vielen Menschen und Selbstständigen beobachte ich etwas anderes.

Sie haben Zeit für:

  • Netflix-/Fernseh-Serien
  • Social Media
  • Bei Selbstständigen: Ausbildungen
  • oder noch einen Kurs
  • noch eine Weiterbildung
  • noch ein Zertifikat
  • noch ein Programm
  • noch einen Podcast
  • noch ein Webinar

 

Nur für das eigene Buch scheint nie Zeit übrig zu sein.

Deshalb frage ich manchmal vorsichtig:

Ist es wirklich die Zeit, warum dein Buch noch nicht geschrieben ist? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

 

Die eigentliche Angst

Wenn wir ganz ehrlich sind, geht es oft gar nicht um Zeit. Es geht um Gedanken wie:

  • Wer bin ich schon, dass ich ein Buch schreiben könnte?
  • Es gibt doch schon so viele Bücher.
  • Was habe ich schon zu sagen?
  • Was, wenn niemand mein Buch liest?
  • Was, wenn ich mich blamiere?
  • Was, wenn mein Buch nicht gut genug wird?

Zeitmangel ist oft die anders formulierte Version von:

„Ich traue es mir noch nicht zu.“

Das ist völlig menschlich.

 

 

Das Buch wird nie gut genug sein

 

Viele Selbstständige glauben, sie müssten erst noch mehr lernen, bevor sie ein Buch schreiben können.

Sie denken, sie müssen

  • noch mehr wissen
  • noch besser werden
  • noch professioneller sein.

Dann könnten sie endlich anfangen und ihren Traum vom eigenen Buch wahr werden lassen.

Das Problem dabei:

Dieser Moment kommt nie.

Denn wer immer weiter lernt, findet immer noch etwas, das er nicht weiß.

Noch einen Kurs. Noch eine Ausbildung. Noch eine Methode. Noch ein Zertifikat.

Das Buch wird dadurch nicht besser. Es wird nur später veröffentlicht. Oder gar nicht.

Nicht, weil die Autorin keine Zeit hatte. 

Sondern weil das Buch in ihren Augen nie gut genug war.

 

Perfektionismus ist ein schlechter Buchcoach

 

Viele Selbstständige scheitern nicht am Schreiben ihres Buches. Sie scheitern an ihrem Perfektionismus.

Sie setzen sich vor ein leeres Dokument und versuchen sofort, perfekte Sätze zu formulieren und perfekte Kapitel zu schreiben.

Das funktioniert selten.

Zumindest bei mir funktioniert das nicht. 

Deshalb empfehle ich meinen Kundinnen oft etwas ganz anderes: 

Erst einmal raus damit. Schreiben. Diktieren. Gedanken sammeln.

Einfach anfangen!

Denn oft kommt die eigene Stimme erst dann zum Vorschein, wenn man aufhört, alles kontrollieren zu wollen.

Wenn ich ein Buch lese, möchte ich das Gefühl haben, dass die Autorin neben mir sitzt und mit mir spricht. Nicht, dass sie versucht, besonders klug zu klingen.

 

Schreibe jeden Tag nur 30 Minuten

 

Ich sage es gleich: Mein Weg war ein anderer.

Viele Autorencoaches, Schreib-Mentorinnen empfehlen, jeden Tag eine halbe Stunde oder eine Stunde zu schreiben. Oder einfach nur zehn Minuten.

Für manche mag das funktionieren. Für mich nicht!

Ich brauche Fokus.

Wenn ich ein Buch schreibe, dann tauche ich ab.

Ich konzentriere mich voll auf das Buch. Ich komme in den Flow.

So habe ich es vor einigen Jahren geschafft, in nur 8 Wochen gleich 4 Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen.

Genauer gesagt waren es sogar acht Veröffentlichungen, weil jedes Buch als eBook und als gedruckte Ausgabe erschienen ist.

Mein Geheimnis war dabei nicht Geschwindigkeit, sondern Fokus.

Ich habe meiner Familie und meinen Freunden gesagt: „Ich bin jetzt mal weg. Nicht erreichbar.“

Ich war nicht wirklich weg. Aber gedanklich. Ich habe mich auf mein Buch konzentriert und alles andere für eine kurze Zeit in den Hintergrund gestellt.

 

Ein Projekt braucht so lange, wie du ihm Zeit gibst

 

Das ist eine Beobachtung, die ich über viele Jahre gemacht habe. Ein Projekt braucht oft genau so lange, wie wir ihm Zeit geben.

Wenn wir einem Buch drei Jahre geben, dauert es drei Jahre. Wenn wir ihm drei Monate geben, dauert es drei Monate.

Und manchmal sogar nur wenige Wochen.

Deshalb arbeite ich gerne mit klaren Zeiträumen.

Nicht mit Druck. Aber mit Fokus.

Denn Fokus schafft Fortschritt.

 

Warum manche Menschen plötzlich fertig werden

 

Eine Kundin von mir hat inzwischen mehrere Bücher veröffentlicht.

Nicht, weil sie plötzlich besser schreiben konnte als vorher. Nicht, weil sie über Nacht mehr Wissen hatte.

Sondern weil sie einen Rahmen hatte. Einen Zeitraum. Eine Begleitung. Eine Verbindlichkeit.

Wenn du ein Buch schreiben willst, brauchst du dazu nicht mehr Wissen. Du brauchst einfach jemanden, der sagt: „Jetzt machen wir das.“

 

Das Schöne am Selfpublishing

 

Viele gehen beim Schreiben ihres ersten Buches vor wie bei einer Abschlussprüfung. Als müsste alles perfekt sein.

Nur: Ein Selfpublishing-Buch ist keine Abschlussprüfung.

Es ist Version 1.0 deines Buches.

Du kannst später etwas ergänzen, korrigieren und ganze Kapitel erweitern.

Du kannst sogar eine neue Ausgabe veröffentlichen.

Nichts davon ist in Stein gemeißelt.

Diese Freiheit gab es früher bei Verlagsbüchern und als Verlagsautorin nicht.

Heute schon. Und das nimmt ganz schön viel Druck heraus.

 

Du brauchst kein weiteres Wissen

 

Du brauchst nicht noch mehr Wissen, um dein erstes Buch zu schreiben. Du weißt bereits genug.

Die eigentliche Frage lautet nicht: „Kann ich das?“

Nein. Die eigentliche Frage lautet:

„Traue ich mich, anzufangen?“

 

Warum sich der Mut lohnt

 

Ich erinnere mich heute noch an den Tag, an dem die Verlagspost kam.

In dem Paket lag mein erstes Buch.

Mein eigenes Buch.

Zum ersten Mal konnte ich es in den Händen halten.

Ich weiß heute noch ganz genau, wie sich das angefühlt hat.

Kurz darauf stand es auch im Buchhandel.

Aber dieser erste Moment war etwas ganz Besonderes.

Und genau deshalb wünsche ich jeder Autorin und jedem Autor, dieses Gefühl einmal selbst zu erleben.

Denn wenn du einmal dein eigenes Buch veröffentlicht hast und es dann kurz darauf in Händen hältst, wirst du diesen Moment nie vergessen. Das verspreche ich dir.

 

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Über Sabine Walters

Sabine Walters ist Business-Mentorin, Produkt-Strategin und Autorin. Mit CLEVER SICHTBAR unterstützt sie introvertierte Selbstständige dabei, aus ihrem Wissen Mini-Produkte, Bücher/eBooks, Onlinekurse und einfache Angebots- und Verkaufswege zu entwickeln – klar, ruhig und ohne Social-Media-Rumgehopse.

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